Fernsehsendung „Theodor - Das Magazin aus Brandenburg“ vom 16.11.2008

von Norbert Heymann

Ein Schach-Weltmeister aus Deutschland
Kasparow, Fischer oder Anand - aber ein Schach-Weltmeister aus Deutschland? Jahrzehntelang gefeiert, aber heute weitgehend unbekannt ist Emanuel Lasker, geboren in der damaligen Neumark, dem heutigen Polen.
Wenn von Schachmeistern die Rede ist, denkt man Fischer oder Karpow. Dass es sogar einen deutschen Weltmeister gegeben hat, ist in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Doch wer heutzutage am Schachbrett trainiert, stößt automatisch auf den Namen Emanuel Lasker. Er war der berühmteste Spieler seiner Zeit. Mit 25 Jahren eroberte er den Weltmeistertitel, den er 27 Jahre lang verteidigte. Er war ein Multitalent, Doktor der Mathematik und Verfasser philosophischer Schriften, Freund Albert Einsteins. Lasker stammte aus einer armen jüdischen Familie, wurde in der damaligen Neumark geboren, in der Stadt Berlinchen, die heute Barlinek heißt. Die Nazis vertrieben ihn aus Deutschland, doch auch im russischen Exil war sein Leben bedroht. Lasker starb 1941 völlig verarmt im New Yorker Exil. In seiner früheren Heimatstadt hält man die Erinnerung an den berühmten Sohn wach. Eine Schachtrainerin aus Frankfurt (Oder) bringt ihren Schützlingen noch heute die brillanten Züge des deutschen Schachweltmeisters bei.
Matthias Dautz
Quelle:
Homepage Rundfunk Berlin Brandenburg

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 6 plus 3.