Günter Schön ist tot

von Norbert Heymann



Am 5. März ist er gestorben. Er war ein Sportler durch und durch: Früher Leichtathlet und auf den mittleren und langen Strecken zu Hause, später Triathlet mit aufwendigem Training und Wettkämpfen bis jenseits der 65. Nichtraucher, gesunde Ernährung, kein Gramm zuviel. So wie Günter mit Anfang 60 aussah, sehen viele mit 45 nicht mehr aus. Und er war ehrgeizig! Das galt auch für seine zweite oder eigentliche sportliche Liebe, das Schach. Das bekamen wir auch im eigenen Verein zu spüren, wenn er topfit als „ausgeruhter Rentner“ den anderen das Leben schwer machte. Ob sie Schwenteck, Hannemann oder Großmann hießen. Je länger eine Partie dauerte, umso stärker wurde Günter! Vor eineinhalb Jahren besiegte er, damals an Brett 8 der dritten Mannschaft spielend, im Vereinsturnier das Spitzenbrett unserer „Ersten“, Michael Ermitsch. Als Gründungsmitglied des Schachclubs Oranienburg gehörte Günter Schön die meiste Zeit zum Stamm der II. Mannschaft. Er war Mannschaftsleiter, Spielleiter, Vorstandsmitglied. Er war nicht immer bequem, aber immer authentisch. Seine Kämpfernatur und sein starker Wille, gepaart mit beinahe jugendlichem Temperament, zeichneten ihn als einen der streitbarsten Kameraden aus, wenn es um die Sache ging: seinen Verein. Umso erschreckender für alle, die ihn zwei Jahrzehnte oder auch nur einige Zeit so gekannt haben, war zu sehen, wie er gegen einen brutalen und unbarmherzigen Gegner in kurzer Zeit seinen letzten Kampf verlor. Wir danken Günter für die vielen Jahre, für unzählige kämpferische Partien, einfach dafür, dass er immer da war, wenn er gebraucht wurde. Noch wenige Wochen vor seinem Tod spielte er in der IV. Mannschaft seine letzte Partie.... Wir werden ihn nie vergessen!
Gerhard Großmann

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