Zurück in die Zukunft

von Norbert Heymann

Wir schreiben das Jahr 1998, befinden uns ins Forst/Lausitz, es ist der 6. Juni, 34° warm und LSBB-Kongress. Gerade wurde ich in geheimer Wahl als 1. Vizepräsident mit einer Stimme Mehrheit, zugegeben meiner eigenen, ins Präsidium gewählt. Ein halbes Dutzend Potsdamer Schachfreunde verlässt still den Saal und kommt nicht zurück. Muss ihnen irgendwie nicht gefallen haben…. Wir schreiben das Jahr 2007, befinden uns in Ragow bei Lübbenau, es ist der 9. Juni, 29° warm und LSBB-Kongress. Ein Schachfreund verlässt laut schimpfend den Saal und kommt nicht zurück. Muss ihm irgendwie nicht gefallen haben…. Doch diesmal ging es nicht um meine Wahl, sondern um meine Stellungnahme zu seinem Kongressantrag. Zurück in die Zukunft! Wollen wir nach diesem Ausflug/Rückfall in längst vergangene Zeiten doch bei unseren künftigen Landeskongressen wieder die Ruhe und Sachlichkeit einkehren lassen, die diese von 1999 bis 2006 auszeichneten. Und diesen Auftritt einfach vergessen!
Beim letzten Kongress 2006 konnte unser Präsident Hilmar Krüger nur 21 Delegierte begrüßen. Diesmal waren es 33, die sich vom LSBB-Ehrenmitglied und neu gewählten Ehrenpräsidenten des Deutschen Schachbundes, Alfred Schlya, sowie von Dr. Hans-Jürgen Weyer, Präsident des Partnerverbandes Schachbund Nordrhein-Westfalen, über die neuesten Informationen zur Schacholympiade 2008 unterrichten ließen. Über eine Reihe vorbereitender Veranstaltungen informierte Dr. Hans-Jürgen Weyer. Dazu gehört u.a. der Deutschland-Cup. Während der Olympiade selbst sind ein Open, Senioren- und Jugendturniere geplant. Hilmar Krüger warb eindringlich für die Beteiligung Brandenburger Schachfreunde an der Tour de Schach.
In seinem ergänzenden Bericht hob der Präsident die jüngsten Erfolge der Brandenburger Schachsportler hervor; insbesondere den deutschen Vizemeistertitel durch Ilja Brener (Deutsche Jugendmeisterschaft U 18). Auch ein achter (Marleen Vollak) und ein neunter Platz (Wiede Friedrich) bei den Deutschen Jugendmeisterschaften sind zu nennen. Hilmar Krüger informierte ferner über die Ergebnisse des DSB-Kongresses am 19. Mai 2007 in Bad Wiessee. Neuer Präsident ist Prof. Dr. Robert K. von Weizsäcker, der mit überwältigender Mehrheit gewählt wurde.
Der Präsident kritisierte die Abrechnungspraxis von Jörg Zähler als Leiter als Landesleistungsstützpunktes und die wiederholt auftretenden Fristversäumnisse. Das Präsidium zieht einen Wechsel des Trägervereins und die Abberufung von Jörg Zähler als Leiter in Betracht. Wolfgang Zacher kritisierte das Präsidium wegen der Versäumnisse von Jörg Zähler. Der Präsident wies den Vorwurf zurück. Das noch keine Landesleistungsstützpunkt-Abrechnungen für 2004/2005 beim Ministerium eingegangen sind, erfuhr das Präsidium erst im März 2007, worauf unverzüglich reagiert wurde. Der Präsident lobte die Arbeit von Peter Trappmann als Ausbildungsreferent sowie die Arbeit der Spielkommission und hier besonders Wolfgang Fischer und Horst Schinagl.
Dieter Klebe informierte über die Kassenprüfungen in den Bereichen LSBB und Nachwuchs. Die Prüfung für den Landesleistungsstützpunkt steht noch aus. Der Vorsitzende der Kassenprüferkommission lobte die hervorragende Arbeit von Jakob Daum und Thomas Noack und empfahl dem Kongress die Entlastung des Präsidiums für das Finanzjahr 2006. Eigentlich hätte jetzt eine Formsache folgen sollen! So wie ich sie bei den Kongressen/Mitgliederversammlungen seit 1995 erlebt habe: das Präsidium wird en bloc mit 95 bis 100 % der Delegiertenstimmen entlastet. Formsache/abgehakt/nächster Punkt. Doch auch das war diesmal anders.
Einige Delegiertebeantragten die Einzelentlastung des Präsidiums für das Finanzjahr 2006 in offener Abstimmung. Bis auf Jörg Zähler wurden die Präsidiumsmitglieder entlastet. Wenigstens der Tagesordnungspunkt „Ehrung“ bot keinen Zündstoff. Wolfgang Fischer nahm die Siegerehrung im Mannschaftsspielbetrieb (Landesliga, Landesklasse, Regionalliga, Regionalklasse) vor und überreichte Pokale. Für ihre Verdienste im Schachsport erhielten Horst Schinagl (Bronze) und Wolfgang Fischer (Silber) Ehrennadeln. Thomas Noack zeichnete die Sieger der Brandenburger Vereins-Jugend-Mannschaftsmeisterschaft sowie die Zweit- und Drittplatzierten aus. Auch die Nachwahl zum Schiedsgericht folgte einstimmig bzw. fast einstimmig: Wolfram Christen, Matthias Kegel und David Schmidt gehören diesem Gremium auch weiter an. Und dann steuerte der Kongress seinem eigentlichen Höhepunkt entgegen! Na klar, die Anträge. Die Spielkommission bekam Mehrheiten für drei ihrer fünf Anträge. Angenommen wurden die Anträge:
C. Landes-Einzelmeisterschaften der Herren 5. Qualifikation;
F.7. Bußen (Erhöhung Buße);
F.12. Entscheidung bei Punktgleichheit. Ein Antrag wurde abgelehnt und einer war hinfällig.
Der Antrag der Fürstenwalder Vereine zur Bildung von Spielgemeinschaften wurde ebenso abgelehnt wie der Antrag des LSSVB zur Spielberechtigung bei Landes-Mannschaftsmeisterschaften. Auch hatte das Präsidium kein Glück beim Antrag zur Änderung des Beschlusses L 1/04 (Abführungen aus den anteiligen Mitgliederbeiträgen der Vereine). Dafür wurde der Antrag des Präsidiums zur Änderung der Richtlinie Auslagenerstattung fast einstimmig angenommen.
Der Präsident bedankte sich bei den Delegierten und Gästen für ihr Erscheinen und die größtenteils konstruktiven Diskussionsbeiträge. Na, mal sehen, wie heiß es beim Kongress 2008 wird. Ich meine natürlich nur den Grad Celsius. Oder an was dachten Sie denn?
Norbert Heymann

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